Beim anfänglichen Stollendurchtrieb durch taubes Gestein waren die Baue nur ca. 75 cm breit und 150 bis 170 cm hoch.
Sobald man aber auf Erzadern stieß wurden große Höhlen ausgeschrämt, wo gleichzeitig 50 und mehr Knappen arbeiten konnten.

Bald nach dem Jahr 1409 begann die vorerst ziemlich wilde und planlose Erzsucherei, die in ein System gebracht werden musste.
Und weil es beim Bergbau um wichtigste Einnahmen für den Landesfürsten ging, musste der Abbau eine Regelung erfahren.
Herzog Friedrich IV. „mit der leeren Tasche“ (1382/1439) verfügte 1427 für Schwaz eine Bergordnung, für die er die Gossensasser Reglung zur Grundlage nahm.
Sie sah bereits die Selbstverwaltung des Bergwerks und seine Unabhängigkeit vom Landrichter vor und verordnete die Zusammensetzung des Berggerichtes aus Bergrichter und Geschworenen.

Sein Sohn, Erzherzog Sigmund „der Münzreiche“ (1427/1496), reformierte das Geldwesen grundlegend.
Aus dem Schwazer Silber ließ er in Hall, wohin man 1477 die Meraner Münzprägeanstalt verlegt hatte, Silbermünzen im Werte (1:12) des bisherigen Goldguldens prägen (s. Abb.).

1441 erhielt Jakob Tänzl von Kaiser Friedrich III. die rechte Herrengrube am Eiblschrofen zum Lehen. Damit begannen die gesetzmäßigen Grubenverleihungen an Bergunternehmen – „Gewerken“ – an Stelle der bisherigen, kapitalschwachen Einzelgräber.

1456 lieh sich der stets geldbedürftige Erzherzog Sigmund bei der Handelsgesellschaft Meuting in Augsburg die gewaltige Summe von 40.000 Gulden.
Die Rückzahlung wurde in Schwazer Silber festgelegt, d. h. Meuting kaufte das gesamte von den Gewerken in Hall abgelieferte Silber und verkaufte es gewinnbringend auf dem freien Markt.

1490 erzwangen die Tiroler Stände auf Grund der allzu lockeren Geldpolitik des Landesfürsten den Rücktritt Erzherzog Sigmunds zugunsten König Maximilians I. (1490 -1519).
In seinen vielen Kriegen gegen Frankreich, Ungarn und Venedig baute auch König Maximilian (ab 1508 Kaiser) auf Schwazer Silber, wenn es um die Bezahlung der Söldner ging.

Mit Schwazer Silber bestochen schließlich die Fugger die deutschen Kurfürsten, die den Habsburger Karl V. (Enkel von Maximilian I.) zum König des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ erwählten.

Dr. Max Ciresa

Münze (Schwazer Bergbuch, 1556)