Die Übereinanderreihung der Stollen ermöglichte eine Schachtverbindung, wodurch ein besserer Ablauf der Grubenwässer und eine bessere Belüftung (Bewetterung) der Baue erzielt wurde. Frischluftzufuhr war wichtig, da durch die Atmung der Bergleute und durch Beleuchtungskörper (Kienspäne, Kerzen, Unschlittlampen) über Stunden viel Sauerstoff verbraucht wurde.

Beim Stollenbau war die Zufuhr frischer Luft von außen zum Arbeitsplatz in der Tiefe des Berges oft ein Problem.

Bei nicht zu tiefen, übereinanderliegenden Stollen genügte meist die natürliche Belüftung (Bewetterung). Da im Berginneren eine konstante warme Temperatur herrscht – je tiefer im Berg desto wärmer – stieg im Winter die gegenüber der Außentemperatur, z.B. -3°C, warme Schachtluft in die Höhe und erzeugte einen fühlbaren Luftstrom (s. Abb. 1 – Winterwetter).

Im Sommer fiel die gegenüber der Außentemperatur, z.B. + 25°C, kalte Kavernenluft nach unten (sogenannte Kaltlufthöhlen) und erzeugte einen zufriedenstellenden Luftaustausch (s. Abb 2 – Sommerwetter).

Auch bei tieferen übereinanderliegenden und kommunizierenden Strecken gab es durch die Temperaturunterschiede eine konstante Luftumwälzung, sofern eine Verbindung zu einer gut belüfteten Strecke bestand (s. Abb. 3 – Wetterzykel).

Große Probleme gab es bei überlangen Vortrieben. Bei horizontalen, meist leicht ansteigenden Strecken behalf man sich mit sogenannten „Wetterböden“. Etwa 20 cm unterhalb des Plafonds wurden durch Querhölzer getragene dünne Bretter eingezogen, die man randlich mit Lehm ausfugte, womit man einen relativ luftdichten Kanal erhielt, der die vor Ort aufsteigende schlechte Warmluft aufnahm und zur nächsten bewetterten Strecke zurückführte.

Scheiterten alle diese Einrichtungen, so wurde der „Wetterfocher“ als letztes Mittel aufgeboten:
Man stellte in einen gut bewetterten Grubenteil einen riesigen Blasebalg auf, der von „Focherbuben“ betätigt oder durch ein Wasserrad mit Exzenter betrieben wurde.

Dr. Max Ciresa

Abb. 1 – Winterwetter
Abb. 2 – Sommerwetter
Abb. 3 – Wetterzykel