Dieser Bau wurde im zweiten Weltkrieg auch als Luftschutzstollen benutzt.
Am Unterstollen waren folgende Arbeiter tätig: 262 Bergarbeiter (Hauer), vier Hutleute (Vorarbeiter, Aufseher), zwei Schreiber, 14 Zimmerleute, vier Hüter (Wachleute für die Feiertage), vier Schmiede, 77 Knechte, 49 Buben (Steinsortierer) und 159 Haldenscheider (durchsuchten die Halden nach Erz).

Allgemein waren die Löhne am Berg weit höher als die Einkommen von Handwerkern.
Der Hauer erhielt einen Gulden pro Woche, der Hutmann 1 Gulden und 15 Kreuzer, der Grubenschreiber 56 Kreuzer, der Grubenhüter 42 Kreuzer, der Truhenläufer 32 Kreuzer, die Sauberbuben 24 Kreuzer.

Die streng vorgeschriebene wöchentliche Lohnauszahlung und die großen Privilegien (Freiheit von allen Steuern, ungeschmälertes Mietrecht in allen Söllhäusern bis ans Lebensende, freier Einkauf an allen Orten, Fischfang und Vogeljagdrecht) hatte zur Folge, dass die Knappen ihr gefahrvolles kurzes Leben in vollen Zügen genossen.

Die zahlreichen Gasthäuser waren den Knappen vertraute Heimstatt und alle Verordnungen gegen das übermäßige Trinken, Fluchen und gegen Raufhändel blieben ohne nachhaltigen Erfolg.
Ein Wochenbeitrag von einem Kreuzer sicherte allen invaliden, kranken und alten Bergarbeitern ärztliche Hilfe und bei Bedarf Spitalsversorgung im eigenen Knappenspital (s. Abb. Bruderhaus) sowie ein rechtes Begräbnis mit Totenmesse.

Dr. Max Ciresa

Das Bruderhaus (Schwazer Bergbuch, 1556)